Eine Wesentliche Grammatik - Kapitel 1 der deutschen Grammatik- Nominativ, Akkusativ, Dativ - Was ist Kasus?
Synopsis: Dieser Abschnitt aus meinem Buch Eine Wesentliche Grammatik handelt von den Kasus. Viele Lernende unterschätzen die Bedeutung und die Macht der Kasus des Deutschen. Die Kinder lernen sie in der Schule ebenfalls nicht richtig. Lernende müssen die Kasus richtig beherrschen, denn sie bilden die Grundlage aller folgenden Grammatik. Wer nicht die Kasus aus dem Ärmel schütteln kann, wird immer unsicher sein, wenn es um Aspekte wie Passiv oder Satzbau geht. Gut sprechen und schreiben ist keine Kunst! Man muss nur die Basis legen.

Keywords: Deutsch, Grammatik, Kasus, Fall, Fälle, Artikel, Nominativ, Akkusativ, Dativ, Genitiv, Subjekt, Objekt, Genus, Präposition, Präpositionalphrase, Genera, Subjektfall, Mehrzahl, Plural, Singular, Einzahl, Akkusativergänzung, Dativergänzung
Erstpublikation:
Aktualisiert und für Html adaptiert:
Sprache: de (Deutsch)

Was ist ein Kasus?

Nominativ, Akkusativ und Dativ

Es gibt in einem Bienenvolk drei verschiedene Arten von Bienen:

Die Bienen halten zusammen. Nur so können sie überleben. Sie brauchen einander, denn sie alle erfüllen im Bienenstock eine bestimmte Aufgabe. Es gibt viel zu tun, man hilft einander, und so kommen die Bienen durch den harten und kalten Winter. Wenn es draußen kalt ist, ist es im Bienenstock mollig warm. Aber was machen die Bienen eigentlich denn so? Sie sammeln Honig, sie verstauen den Honig in ihren Speisekammern, füttern die Nachkommen, vermehren und streiten sich.

Aber was hat das mit Deutsch zu tun?

Es verhält sich so: Bienen brauchen einander, wie Wörter einander „brauchen“. Nur gemeinsam ergeben Wörter einen Sinn. Die Bienenkönigin ist dafür verantwortlich, dass es überhaupt ein Volk gibt, denn sie bringt alle Bienen zur Welt. Ohne Verben gibt es genauso keine Sätze. Die Königin der Bienen ist das wichtigste Lebewesen im Bienenstock und vergleichbar mit dem Verb, das den zentralen Baustein eines Satzes darstellt. Das Verb ist das Zentrum des Satzes. Die Königin das Zentrum des Bienenstockes.

Das Verb und das Subjekt bilden eine Einheit. Gibt es ein Tun ohne Täter? Nein. Prinzipiell bilden alle Elemente eine Einheit, denn ein Gedanke ist eine abgekapselte Einheit. Wörter dienen der Kommunikation. Wenn wir anderen etwas mitteilen, greifen wir immer auf unseren Erfahrungsschatz zurück, auf die Vergangenheit, denn Worte und Begriffe basieren immer auf Vergangenem. Verben drücken Zusammenhänge aus und erschaffen Dinge um sich herum, andere Wörter. Das ist wie mit den Bienen. Alles schart sich um die Königin. Wörter sind nichts anderes als Metaphern, weshalb wir hier mit Metaphern die Zusammenhänge veranschaulichen. Diese Metapher besteht wieder aus weiteren Metaphern, die zueinander in Beziehung treten. Auch die Beziehungen selbst sind Metaphern, denn alles Denken ist bildhaft. Struktur jedoch ist ersetzbar, der Zweck einer Grammatik ist es also nicht nur, Strukturen zu beschreiben, sondern auch Beziehungen. Und wie genau leben Bienen zusammen? Betrachten wir zuerst das Verb. Das Verb nennt man Tunwort oder Prädikat. Mit Verben können wir anderen mitteilen, dass etwas passiert (ist, passieren soll). Wörter basieren auf Gedanken.

Wir fragen so:

Was geschieht?
Was tut er?
Was tut sie?
Was tut es?

Wir sehen aber, dass hier noch jemand da sein muss, der dafür sorgt, dass etwas getan wird. Ganz einfach gesagt: Es gibt keinen Tanz ohne Tänzer, kein Spiel ohne die Spieler. In der Schule oder in der Sprachschule nennen wir den Spieler oder den Tänzer Subjekt. Es kann alles sein, Mensch, Tier, Insekt, also Lebewesen, aber auch ein Ding. Das Subjekt ist also der Täter oder der Tuende, die oder das Machende, Bewegende usw. (Nicht alles jedoch, was passiert, ist eine Aktivität. Manchmal ist etwas einfach da, oder etwas hat einen bestimmten Zustand.) Auch hier können wir uns mit einer Frage behelfen. Wir fragen so:

Wer oder was tut was?
Der Junge hüpft.
Wer hüpft? Der Junge.
Subjekt ist der Junge.

Das Kind spielt.
Werspielt? Das Kind.
Subjekt ist das Kind.

Ich träume.
Wer träumt? Ich.
Subjekt ist ich.

Das Spielzeug liegt auf dem Boden.
Was liegt auf dem Boden? Das Spielzeug.
Subjekt ist das Spielzeug.

Du bist fleißig wie eine Biene.
Wer ist fleißig? Du.
Subjekt ist du.

Ganz einfache Sätze kann man mit nur zwei Zutaten zusammenbasteln. Subjekt und Verb.

Erich lacht. Wer lacht? Erich.
Das Subjekt ist Erich.
Was tut Erich gerade? Lachen.

Die Welt ist aber nicht immer ganz so einfach, dass wir nur Subjekt und Verb brauchen. Wir brauchen manchmal längere Sätze, um anderen etwas mitzuteilen. Betrachten wir folgenden Satz:

Der Imker klaut den Bienen Honig.

Hier haben wir mehr als nur ein Subjekt und ein Verb. Der Dieb oder der Klauer (Subjekt) ist der Imker. Keine Sorge, er lässt den Bienen etwas übrig, damit sie weiterleben können. Was tut er? Er klaut. Klauen. Das ist das Verb. Wen oder was klaut er? Den Honig. Honig wird geklaut. Und dann sind da noch die Bienen, denen er den Honig klaut. Die Frage lautet hier: Wem klaut er den Honig? Den Bienen.

Es gibt also vier Fragen, die absolut wichtig sind, die fünfte ist für den Satzbau nicht entscheidend:

  1. Wer oder was tut hier etwas? Antwort: der Imker.
  2. Was tut er? Was tut sie? Was tut es? Was passiert? Antwort: klauen.
  3. Wen oder was klaut er? Antwort: Honig.
  4. Wem oder was? Antwort: den Bienen.
  5. (Wessen?)

Nicht alle Sprachen kennen diese Fragen. Im Englischen können wir diese Fragen nicht stellen. Wir haben das Glück, dass die deutsche Sprache selbst diese Einteilung vornimmt.

Wir können diese Fragen stellen, weil sie überhaupt durch diese Sprache so vorgegeben werden. Da der Muttersprachler intuitiv die richtige Antwort kennt, kann er die Struktur analysieren, indem er die drei Fragen stellt. Interessanterweise geht das in vielen Fällen auch im Lateinischen, d.h. hier steht an vielen Stellen auch der erwartete Kasus. Die Kasus bezeichnen Beziehungen und die sind logischerweise im Deutschen und Lateinischen dieselben. Wenn Ausländer die deutsche Sprache lernen, können sie diese Fragen nicht benutzen, um den jeweiligen Fall zu bestimmen. Sie müssen andere, z.B. formale Methoden, benutzen, um zu erkennen, ob es sich um Subjekt, Verb oder andere Objekte handelt. Besonders schwer haben es Lerner von Sprachen, die keine Kasus kennen. Das Thailändische beispielsweise kennt gar keine Kasus. Die Lerner müssen erst einmal begreifen, dass bestimmte Beziehungen mit Hilfe von Kasus beschrieben werden. Im weiteren Verlauf werden wir das besprechen. Generell kann man sagen, dass Sprache mit der Zeit, also über Jahrzehnte, Jahrhunderte, immer einfacher wird, wenn sie nicht in Grammatiken oder durch Regelwerke festgelegt wird. Im Indogermanischen hatte man noch acht verschiedene Fälle.

Gehen wir nun zur 3. Frage über. Die Frage liefert den Akkusativ. Wichtig für dich ist, dass du den Akkusativ (man nennt ihn auch den Wen-Fall) mit den Fragewörtern wen oder was erfragen kannst. Um das zu verstehen, fragst du erst einfach: „Wen oder was?“ Als Muttersprachler kommst du dann automatisch auf den Akkusativ. Wir werden unseren Katalog immer weiter ergänzen und haben erst einmal das Grundgerüst. Da wir aber hier Wissenschaftler sind und die Sache sehr genau unter die Lupe nehmen wollen, müssen wir genau wissen, worüber wir reden. Wir brauchen also Namen für die vier Fragen.

Auf einen Blick:

Die erste Frage haben wir schon abgehakt. Wir fragen: „Wer oder was?“ Und wir haben das Subjekt.

Die zweite Frage lautet: „Was passiert?“ Wir fragen nach dem Verb (Prädikat, Tunwort).

Die dritte Frage liefert den Akkusativ, genau genommen die Akkusativergänzung.

Die vierte Frage stelle ich mit: „Wem oder was?“ Das ist die Dativergänzung.

Die Genitivergänzung ist es nicht wert, zu besprechen, da sie kaum noch vorkommt. Beispiel: Die Menschen gedachten der Toten.

Wir schauen uns nun mal die Akkusativergänzung an, da man damit, mit dem Subjekt und mit dem Verb zusammen fast alles sagen kann, was man möchte. Wir wählen wieder einen schönen, klaren Beispielsatz:

Der Imker erntet Honig. Wir fragen: „Wen oder was erntet der Imker?“ Antwort: Honig.

Wir müssen in diesem Punkt behutsam vorgehen. Allgemeingültige Regeln zu haben ist hilfreich, aber sie sind nicht immer genau. Wir haben im Kapitel das deutsche Passiv daher diesen Sachverhalt tiefgehend erörtert. Es ist andererseits aber nicht notwendig, den Sachverhalt so eingehend zu studieren, um gutes Deutsch zu lernen. Tatsache ist, dass Muttersprachler immer wieder mal Probleme mit dem Kasus oder dem Numerus haben, das gehört dazu. Auch bildet man intuitiv Sätze und denkt beim Sprechen nicht an bestimmte Regeln.

DAS SUBJEKT UND DAS OBJEKT

Wir brauchen aus diesem Grund erst einmal einen Anhaltspunkt, etwas, woran wir uns festhalten können. So kann man nun als Faustregel sagen, dass der Nominativ die Ursache für das Geschehen darstellt.

Der Nominativ

Es steht im Nominativ der „Täter“ oder Urheber (genannt das „Subjekt“ in der Grammatik). Der Imker ist in unserem Beispiel derjenige, der den Honig erntet. Er streicht den Lohn ein für das „flüssige Gold“. Er ist derjenige, der gearbeitet hat, der die Bienen gepflegt hat, der sich gekümmert hat. Und schließlich ist er derjenige, der am Ende die Rückenschmerzen hat, denn die Ernte erfolgt zu bestimmten Terminen und die Verarbeitung muss schnell gehen.

Der Akkusativ

Der Honig steht im Akkusativ. Der Akkusativ spiegelt generell Bewegung. Die Bewegung geht immer in eine Richtung, nämlich vom Subjekt zum Akkusativ, aber nicht umgekehrt. D.h. das Subjekt macht etwas mit dem Akkusativobjekt. In dem Fall macht der Imker etwas mit dem Honig. Der Honig wird geerntet, mit anderen Worten müssen erst die Bienen von den Waben vertrieben werden. Dann wird der Honig geschleudert, solange er noch warm und schön flüssig ist. Der Akkusativ ist immer dasjenige Satzglied, das eine Behandlung, eine Veränderung, einen Eingriff erfährt.

Ist dir aufgefallen, dass hier die Dativergänzung gar nicht vorgekommen ist? Sie kommt auch nicht immer in allen Sätzen vor. Die Dativergänzung drückt meistens aus, dass jemand etwas bekommt oder dass jemandem etwas weggenommen wird. Ein Verb, das wir sehr oft brauchen, ist das Verb geben. Bilden wir wieder einen einfachen Beispielsatz: Der Sohn gibt dem Vater den Schlüssel. Der Vater ist derjenige, der etwas bekommt, der Empfänger. Daher steht diese Ergänzung im Dativ. Der Schlüssel wird in die Hand genommen und bewegt. Daher steht diese Ergänzung im Akkusativ. Wir werden die Dativergänzung später einüben. Doch woran erkennt man den Akkusativ oder den Dativ eigentlich?

Welche Wörter können im Akkusativ oder Dativ sein? Können Verben im Akkusativ stehen? Die Antwort ist nein, denn sie sind keine Nomen (Namenwörter). Sie gehören auch nicht zu Nomen oder zur näheren Umgebung eines Nomens. Sie ersetzen ebenfalls kein Nomen (Pronomen). Lassen wir uns erst einmal feststellen, dass Nomen Wörter sind für Dinge, Sachen und Menschen, also für alles, „was man anfassen kann“. Nun ja, die Erklärung ist unvollkommen, aber sie ist das, was wir in der Grundschule lernen, eine Art ungenaue Faustregel. Sie hilft uns, diese Faustregel, also benutzen wir sie, um das zu veranschaulichen. Natürlich ist das Ganze etwas komplizierter, es gibt auch Nomen/Namenwörter für Objekte, die wir nicht anfassen können: Die Liebe, das Gefühl, das Wetter, das Gezwitscher usw.

Was ist ein Nomen denn genau?

Du kannst Nomen begreifen als einzelne Objekte (oder Metaphern), die wir uns unbeweglich vorstellen, losgelöst von Zeit und Raum. Bewegung und Zeit werden von Verben (Zeitwörtern) beschrieben. Normalerweise „tun“ Objekte immer etwas, sie fliegen, schwimmen usw. oder sie liegen einfach nur so herum, d.h. sie üben Einfluss auf die Umgebung aus oder werden von der Umgebung beeinflusst. Der Computer auf meinem Tisch weiß nichts davon, dass er auf meinem Tisch steht. Wir Menschen erschaffen Bedeutung. Für mich steht auf dem Tisch ein Computer. Den Computer kann ich aber auch ohne das Stehen betrachten. Ich betrachte den Computer isoliert von der Umgebung, losgelöst. Das ist etwas, das man Abstrahieren nennt. Etwas ist abstrakt. Abstraktion lässt sich steigern. Ich kann von meinem Computer reden oder von Computern im Allgemeinen. Die Liebe ist ein abstraktes Gefühl. Das Wort „Gefühl“ ist noch abstrakter als die Liebe, denn es beinhaltet alle Gefühle, z.B. auch Wut oder Trauer. Unsere Gedanken sind immer eine Abstraktion, da es nie etwas gibt, soweit zu beobachten ist, das unabhängig von etwas anderem ist. Insofern ist Abstraktion eine Reduzierung auf das Wesentliche. Alles ist miteinander verwoben. Etwas Isoliertes, Einzelnes, Wesentliches gibt es nur in unserem Gehirn. Wir Menschen haben die Fähigkeit, rational zu denken, was bedeutet, die Dinge zu reduzieren. Die Beziehungen in der Welt sind unendlich komplex. Wir wissen, dass der Flügelschlag eines Schmetterlings einen Tornado auslösen kann. Wir wissen, dass es Atome gibt und mittlerweile wissen wir sogar, dass es auf einer Ebene darunter sogar noch kleinere Teilchen gibt. Wahrscheinlich gibt es darunter unendlich viele Ebenen, wer weiß? Vielleicht gibt es in einem Staubkörnchen, das wir unachtsam wegwischen, unendliche Welten. Wir Menschen schreiben Wörterbücher und unterteilen die Welt in Kategorien, Groß, Klein, Schwarz, Weiß, aber das ist so, weil diese Einteilung für uns wichtig ist, nicht weil sie für das Universum wichtig ist. Für Kinder gibt es Bilderbücher. Da sind Bildchen drin von allem, was für Kinder wichtig ist, hervorgehoben durch einen farblichen Kontrast. Der Baum, die Mutter, der Kochlöffel, der Hund, die Katze, der Apfel usw. Das ist etwas spezifisch Menschliches.

Um die Begriffe Dativ, Akkusativ, Subjekt usw. zu verstehen, musst du verstehen, dass wir diese auf Pronomen und Nomen sowie auf die Begleiter des Nomens Artikel und Adjektive anwenden und nicht auf Verben. Nomen haben Artikel und an den Artikeln kannst du erkennen, ob es sich um ein Subjekt, eine Akkusativergänzung oder um eine Dativergänzung handelt. Es ist wie mit einem Brett. Das kannst du gelb, orange oder blau anstreichen. Nomen haben Artikel, die Kasus sind die „Farbe“ der Nomen, die Artikel kleine Helferlein.

Es kann „der Vater“ oder „den Vater“ heißen, je nachdem, ob Vater Subjekt oder Akkusativergänzung ist. Das ist ganz eindeutig, da „der“ beim Subjekt steht und „den“ für den Akkusativ reserviert ist. „Den“ ist ein besonderer Artikel, da er (im Singular) immer den Akkusativ signalisiert wie ein Leuchtturm. Das Problem entsteht dann, wenn kein Artikel vorhanden ist. Nicht immer führen Nomen einen Artikel bei sich. Dann muss man anders versuchen, den Kasus zu bestimmen.

der Tag die Tür das Auto
den
dem
des

Schauen wir uns nun mal ein paar Nomen an.

DIE GENERA

Jedes Nomen hat einen festen Artikel. „Tag“ hat z.B. den Artikel „der“. Diesen bestimmten Artikel nennt man Genus (Geschlecht).

Wenn man sagt, dass ein Nomen einen bestimmten Artikel „hat“, dann meint man mit Artikel immer den Artikel des Subjektfalls im Singular (Einzahl), den Nominativ Singular. „Nominativ“ bedeutet „namentlich“. Das ist auch immer die Form des Lexikoneintrags, z.B. „Tag; der Tag; m.; Genitiv: des Tages; Nom. Plural: die Tage“.

Wir sind aber Wissenschaftler. Und da diese Sache mit den Farben so wichtig ist, schauen wir uns das sehr genau an. Wenn wir genau sein wollen, dann klebt nämlich an einem Namenwort nicht nur ein Artikel, sondern immer eine ganze Artikelgruppe. Die drei Gruppen sind DER, DIE, DAS. Die erste Gruppe ist DER.

1. Gruppe „der“:

der Subjektfall Einzahl
den Akkusativ Einzahl
dem Dativ Einzahl
des Genitiv Einzahl
die Subjektfall Mehrzahl
die Akkusativ Mehrzahl
den Dativ Mehrzahl
der Genitiv Mehrzahl

Kasus von „Tag“:

Tag Subjektfall Einzahl
Tag Akkusativ Einzahl
Tag Dativ Einzahl
Tages Genitiv Einzahl
Tage Subjektfall Mehrzahl
Tage Akkusativ Mehrzahl
Tagen Dativ Mehrzahl
Tage Genitiv Mehrzahl

Um das Nomen nun zu markieren, fügen wir die Artikelgruppe DER hinzu und es entsteht „der Tag“:

der Tag Subjektfall Einzahl
den Tag Akkusativ Einzahl
dem Tag Dativ Einzahl
des Tages Genitiv Einzahl
die Tage Subjektfall Mehrzahl
die Tage Akkusativ Mehrzahl
den Tagen Dativ Mehrzahl
der Tage Genitiv Mehrzahl

Wie soll man die Kasus bestimmen? Wir haben die Artikel und an ihnen können wir den Kasus (fast immer) erkennen. Manchmal entstehen Unklarheiten wie z. B.:

Die Kinder lieben die Eltern.

Die Eltern lieben die Kinder.

Was ist Subjekt? Die Kinder oder die Eltern? Hier entscheidet der Sinnzusammenhang (Kontext).
2. Gruppe „die“:

die Subjektfall Einzahl
die Akkusativ Einzahl
der Dativ Einzahl
der Genitiv Einzahl
die Subjektfall Mehrzahl
die Akkusativ Mehrzahl
den Dativ Mehrzahl
der Genitiv Mehrzahl

Kasus von „Frau“:

Frau Subjektfall Einzahl
Frau Akkusativ Einzahl
Frau Dativ Einzahl
Frau Genitiv Einzahl
Frauen Subjektfall Mehrzahl
Frauen Akkusativ Mehrzahl
Frauen Dativ Mehrzahl
Frauen Genitiv Mehrzahl

Um das Nomen nun zu markieren, fügen wir die Artikelgruppe DIE hinzu und es entsteht „die Frau“:

die Frau Subjektfall Einzahl
die Frau Akkusativ Einzahl
der Frau Dativ Einzahl
der Frau Genitiv Einzahl
die Frauen Subjektfall Mehrzahl
die Frauen Akkusativ Mehrzahl
den Frauen Dativ Mehrzahl
der Frauen Genitiv Mehrzahl

Die Kasus von dieser Artikelgruppe sind im Akkusativ schwer vom Nominativ zu unterscheiden, da in diesen Kasus die Formen übereinstimmen. Auch hier entscheidet der Kontext. Du siehst aber auch, dass der Genitiv Singular von die Frau mit dem Nominativ Singular von der Tag übereinstimmt: der Frau und der Tag.

Was bedeutet das?

Beachte bitte hier, dass „der Tag“ Nominativ ist und „der Frau“ Genitiv. Sie stimmen nur scheinbar überein. Es sind die gleichen Artikel, aber nicht die gleichen Kasus. Warum? Weil das Wort Frau immer die Kasusgruppe DIE an sich bindet. In dieser Kasusgruppe ist „der“ niemals Nominativ, sondern Dativ Singular oder Genitiv Singular oder Genitiv Plural.

Wir werden nicht mehr die Wörter Mehrzahl und Subjektfall benutzen. Wir sagen stattdessen nun immer Plural und wir sagen Nominativ.

3. Gruppe „das“:

das Subjektfall Einzahl
das Akkusativ Einzahl
dem Dativ Einzahl
des Genitiv Einzahl
die Subjektfall Mehrzahl
die Akkusativ Mehrzahl
den Dativ Mehrzahl
der Genitiv Mehrzahl

Kasus von „Auto“:

Auto Subjektfall Einzahl
Auto Akkusativ Einzahl
Auto Dativ Einzahl
Autos Genitiv Einzahl
Autos Subjektfall Mehrzahl
Autos Akkusativ Mehrzahl
Autos Dativ Mehrzahl
Autos Genitiv Mehrzahl

Um das Nomen nun zu markieren, fügen wir die Artikelgruppe DAS hinzu und es entsteht „das Auto“:

dasAuto Subjektfall Einzahl
das Auto Akkusativ Einzahl
dem Auto Dativ Einzahl
des Autos Genitiv Einzahl
die Autos Subjektfall Mehrzahl
die Autos Akkusativ Mehrzahl
den Autos Dativ Mehrzahl
der Autos Genitiv Mehrzahl

Ist dir aufgefallen, dass die Artikel im Plural in allen drei Gruppen dieselben Formen haben? Nun wollen wir die drei Gruppen in einem Überblick darstellen.

Singular

Nominativ der Tag die Frau das Auto
Akkusativ den Tag die Frau das Auto
Dativ dem Tag der Frau dem Auto
Genitiv des Tages der Frau des Autos

Plural

Nominativ die Tage die Frauen die Autos
Akkusativ die Tage die Frauen die Autos
Dativ den Tagen den Frauen den Autos
Genitiv der Tage der Frauen der Autos

Wir sehen, dass die drei Gruppen (der, die, das) sich im Plural gleichen. (Alle Gruppen haben die gleichen Formen.) Ganz anders verhält es sich im Singular. Hier siehst du, dass Nominativ und Akkusativ sich gleichen, und zwar in Gruppe 2 (die) und 3 (das). Ebenfalls siehst du, dass der Dativ und der Genitiv sich in Gruppe 2 (die) gleichen. Die Einzahl der Gruppe 1 (der) ist in allen Fällen verschieden (der, den, dem, des).

Ein anderes Wort für „Artikelgruppe“ ist Genus. Dieses Wort wird in der Schule benutzt und bezeichnet die drei Genera männlich, weiblich, sächlich (der, die, das).

Die Kasus bei der Präposition

Somit haben wir die wichtigste Verwendung der Kasus abgedeckt. Dies ist die Verwendung als Satzglieder. Sie sind abhängig vom Verb:

Das bedeutet, dass beispielsweise die Satzglieder „der Imker“ und „den Honig“ abhängig sind vom Verb.

Das Verb bestimmt, welchen Kasus das Satzglied annehmen soll. Um einen Satz mit dem Verb „helfen“ zu bilden, brauchst du z.B. eine Wortgruppe im Dativ. Er hilft dem Vater.

Es gibt Wörter, die oft in einer bestimmten Position stehen. Adjektive z.B. kann man vor Nomen stellen, z.B. in der Wortgruppe: Das ist ein anstrengender Tag.

Dabei richten sich Adjektiv (anstrengender) und Artikel (ein) nach dem Nomen mit dem Kasus d.h. sie sind kongruent. Deshalb sind sie abhängig von dem Nomen. Anders gesagt regiert das Nomen den Artikel und das Adjektiv. Die Abhängigkeit ist oben am Baumdiagramm auch graphisch zu erkennen. Das Adjektiv und der Artikel sind abhängig vom Nomen, da das Nomen die jeweilige Kasusgruppe vorgibt (der, die, das). In diesem Beispiel stehen mit dem Verb „sein“ zwei Nominative. Also stehen der Artikel, das Adjektiv und das Nomen zusammen im Nominativ. Das Pronomen „das“ und das Nomen „Tag“ sind abhängig von dem Verb „sein“ (Form: ist). Das Pronomen steht auch im Nominativ. Aufgrund ihrer Identität stehen beide Satzglieder im Subjektfall (Nominativ). Das Verb regiert also Pronomen und Nomen. Das Verb bestimmt also, in welchem Kasus sich die untergeordneten Satzglieder befinden oder anders gesagt: Die näheren Umstände eines wahrgenommenen Geschehens bestimmen das Wesen der beteiligten Akteure. Grundsätzlich muss man in diesem Zusammenhang sehen, dass diese Wörter (Pronomen, Nomen, Artikel, Adjektiv) sich überhaupt verändern können. Sonst könnten sie sich gar nicht erst ihrer Umgebung anpassen. Man sagt, diese Wörter sind nominal. Sie bilden zusammen Phrasen: Nominalphrasen. Eine Nominalphrase ist z.B. ein anstrengender Tag. Beobachte, wie diese Phrase sich in Abhängigkeit vom Regens (das regierende Element) verändert:

Ich habe heute einen anstrengenden Tag. Es ist ein anstrengender Tag. Die Auswirkung eines anstrengenden Tages ist, dass der Körper Schlaf braucht, um sich zu erholen. Das ist eine sehr anstrengende Arbeit. Die Auswirkung von einer anstrengenden Arbeit ist, dass der Körper Schlaf braucht, um sich zu regenerieren. Das ist ein sehr anstrengendes Kapitel. Die Konsequenz eines anstrengenden Kapitels ist, dass man sehr viel Zeit braucht, um es zu studieren und genauestens zu verstehen.

Es gibt aber auch Wörter, die sich nicht verändern können. Die Präpositionen sind z.B. unveränderliche Wörter, da sie immer die gleiche Form haben. Deshalb können sie auch keinen Kasus beinhalten. Präpositionen binden aber auch Kasus an sich. Es ist aber ein bedeutender Unterschied, ob ein Kasus von einem Verb oder von einer Präposition abhängt.

Es gibt zwei Arten von Präpositionen. Die einen können nur einen Kasus an sich binden:

mit + Dat. (mit dem Geld)

von + Dat. (von der Schule)

bei + Dat. (bei dem Laden)

durch + Akk. (durch den Wald)

Davon gibt es natürlich noch mehr. Merke dir diese gut.

Andere (Wechselpräpositionen) können zwei Kasus (nicht auf einmal) binden:

in + Akk./Dat.

Er geht in die Schule.

Er ist in der Schule.

auf + Akk./Dat.

Er geht auf die Schule.

Er ist auf der Schule usw.

Es handelt sich um die Präpositionen in, an, auf, über, unter, zwischen, neben, vor, hinter. Stehen Kasus nicht mit Präpositionen zusammen, so nennen wir sie „reine“ Kasus. Kasus mit Präposition nennen wir Präpositionalphrasen.